Nachlese #4: Die Universitätsbibliothek.

Ganz die pflichtbewusste Studentin, habe ich mir am Tag nach meiner Ankunft in Sundsvall einen Ausweis für die Universitätsbibliothek zugelegt. Meine Frage, ob so spät im Semester noch Führungen durch die Bibliothek stattfänden, wurde verneint. Als „Wiedergutmachung“ hat mich die Bibliothekarin spontan selbst durch die Stockwerke geführt. (So nett sind hier übrigens alle. Toll!)

Architektonisch ist die Bibliothek einem Fluss nachempfunden, d.h. viele Strukturen sind wellenförmig oder haben irgendeinen „Meerbezug“ (ein paar Fenster sind Bullaugen, ein kleiner Steinfluss läuft durch das Untergeschoss). Dafür wurde die Bibliothek auch mit einem Architekturpreis ausgezeichnet.

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 © Håkan Nordström
Die Computerausstattung ist mittlerweile moderner, aber die Pflanzen leben noch.

Neben den Arbeitstischen, die offen und auf allen drei Stockwerken der Bibliothek verteilt stehen, gibt es Gruppenarbeitsräume, die man über das Onlinesystem Studentportalen, das für alles (Lehrveranstaltungen, E-Mail, Prüfungsverwaltung, etc.) verwendet wird, reservieren kann. Auch Einzelarbeitsräume stehen zur Verfügung. Diese reserviert man, in dem man sich selbst in den Kalender, der neben der jeweiligen Eingangstür hängt, einträgt.

dsc002131Einzelarbeitsraum, die Couch ist bequem!

dsc00211Eine Reihe von Gruppenarbeitsräumen im obersten Stockwerk. 
(Ja, es gibt noch mehr davon.)

Die Gruppenarbeitsräume sind oben offen, aber das stört eigentlich nicht weiter, da man in der ganzen Bibliothek reden darf. Auch Essen und Trinken sind erlaubt. Der Aufenthalt wird einem außerdem durch den phänomenalen Ausblick versüßt.

dsc00220Unten der noch gefrorene Fluß, oben das Monument auf dem Norra stadsberget.
dsc00215Die Biegung des Flusses. 
Die Bank sieht man erst seit wenigen Tagen. 
Ich kann's kaum abwarten, irgendwann auf ihr zu sitzen.

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Die Bücher sind mit Hilfe der Buchstaben des Alphabets in thematische Kategorien eingeordnet. Innerhalb der Kategorien sind die Bücher dann entweder nach dem Nachnamen des ersten Autors eingeordnet (gilt immer dann, wenn ein Buch von maximal zwei Autoren verfasst/herausgegeben wurde) oder nach dem ersten Wort des Titels einsortiert (Erklärung der Bibliothekarin: „It would be unfair to choose just one of them.“ Süß, oder?). Hinter der Signatur „Ohj Companion…“ verbirgt sich das, hinter „Ij Longhurst“ das. Im OPAC wird jeweils nur der Buchstabe bzw. die Buchstabenfolge der Kategorie angegeben. Wo genau man das Buch findet, weiß man ja anhand der Autorenzahl.

dsc00212Bücherregale im obersten Stockwerk. 
Man beachte die wellenförmige Decke.

Ich habe schon gestern geschrieben, dass alle Studierenden zu Kursbeginn die Literatur besorgt haben sollen. In der Bibliothek gibt es nur wenige Exemplare jedes Buches (selten mehr als zwei, die frei zugänglich im Regal stehen).  Der Handapparat („Coursebook Shelf“) ist nur für die Bibliothekarinnen zugänglich. Jedes Buch, das für einen Kurs als Pflichtlektüre gelistet ist, steht im Handapparat. Der sogenannte „Short Loan“ (einzige Option für Bücher aus dem Handapparat) berechtigt zur Ausleihe für 1 Stunde, nach 16 Uhr darf man das Buch über Nacht mit nach Hause nehmen, muss es aber am nächsten morgen bis 10 Uhr zurückgeben (sonst fallen 100 SEK ~ 10 Euro Gebühren an). Pflichtlektüre, die frei im Regal zugänglich ist, darf man 14 Tage, sonstige Bücher 4 Wochen ausleihen.

Auf allen Stockwerken der Bibliothek gibt es die Möglichkeit, Sachen auszudrucken. Im Untergeschoss steht außerdem ein Scanner. An jeder „Druckstation“ steht eine kleine Büroecke mit Locher, Tacker, Enttackerer und Spitzer. Total toll!

dsc00143Kopierraum mit Scanner im Untergeschoss. 
Die blaue Tonne ist für Altpapier und Fehlkopien.
dsc00218eine Büroecke
dsc00216ein Stück Heimat 😀

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~ von netmarie - 2009/03/19.

3 Antworten to “Nachlese #4: Die Universitätsbibliothek.”

  1. oooh, den rucksack kenn ich!

    die bibliothek sieht ja toll aus – während ich darüber nachgedacht habe, ob mich essende, trinkende oder redende kommilitonen/innen nicht völlig in den wahnsinn treiben würden…besonders natürlich essende, denn ich müsste dann auch dauernd essen!

  2. heißt das ding eigentlich tatsächlich enttackerer?

  3. … ich dachte mir schon, dass dir das gefällt. 😉
    Mh, das Reden nervt manchmal (iPod an und alles ist gut), aber im Großen und Ganzen ist niemand besonders laut und/oder auffällig. Es gibt ja kein Verbot, gegen das man revoltieren könnte.
    Und wie das Ding wirklich heißt: keine Ahnung. Enttackerer ist ein Begriff, Klammeraffe ein anderer. Enthefter geht wohl auch.

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